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Heute haben wir ein wenig Glück verschenkt

September 4, 2015

04.09.2015, Schule an der Jungfernheide, Berlin Spandau: Es ist Freitagnachmittag, die erste Schulwoche nach den Sommerferien. Der Unterricht ist längst beendet. Trotzdem ist der Schulhof nicht leer: Fünf Lehrkräfte und ca. zehn Schülerinnen und Schüler bepacken zwei Autos mit über fünfzig knallbunten Rucksäcken. „Das sieht aus, als würden wir in den Urlaub fahren“, kommentiert eine der Schülerinnen.

 

In den Urlaub fährt hier aber niemand. Im Gegenteil, die Rucksäcke gehen an Jungen und Mädchen, die gerade frisch in Deutschland angekommen sind: An Flüchtlingskinder aus dem Erstaufnahmeheim am Rohrdamm, keine fünf Minuten von unserer Schule entfernt.

 

Fünf Tage haben wir mit der ganzen Schule an der Jungfernheide Schulmaterialien gesammelt. Der Rücklauf auf unseren Spendenaufruf war überwältigend. Schüler*innen, Eltern, Kolleg*innen, Freund*innen und Bekannte: Alle haben etwas beigesteuert, Sachspenden und Geld, so dass wir bis jetzt, bis Freitagnachmittag, für alle Grundschulkinder des Heims ein Schulstarter-Kit packen konnten. Stunden haben wir in den vergangenen Tagen damit verbracht, Buntstifte anzuspitzen, zu sortieren und zu kleinen bunten Bündeln zusammenzubinden, Hefte zu ordnen, Textmarker von Filzstiften und Füllern zu trennen und so weiter.

 

Jetzt ist alles verpackt, gleich bringen wir es den Kindern und in wenigen Minuten werden wir alle gerührt sein, von den strahlenden Augen des kleinen Mädchens über ihren gebrauchten rosa Schulranzen, von den lachenden Gesichtern über die neuen Federtaschen und Scheren, von den bettelnden Händen der Kinder, die es nicht erwarten können, auch endlich ihren Rucksack aus dem Kofferraum des kleinen roten Autos aussuchen zu dürfen, das da auf dem Hof steht. Zwei Stunden später wird alles vorbei sein, die Kofferräume leer, der Fußball in den Händen eines zu Tränen gerührten kleinen Jungen, die Süßigkeiten in den Bäuchen der Kinder. Wir werden uns erschöpft und glücklich ansehen und feststellen, dass wir heute ein klein wenig Glück verschenkt haben, mit der Hilfe all derer, die uns in der vergangenen Woche so sehr unterstützt haben und wir werden uns selbst versprechen, dass das erst der Anfang war.

 

 

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